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8. Fachtagung für Emotionelle Erste Hilfe und Primäre Prävention:
09.-11. September 2011
Titel: Geburt, Bindung und Gesellschaft
Referenten: Dr. Michel Odon, Dr. Sigrid Chamberlain, Dr. Michael Abou- Dakn, Prof. Dr. Gerdamarie Schmitz, Dr. Wibke Jonas, Dr. Klaus Käppeli, Prof. Franz Ruppert, Thomas Harms
Kosten: 160 €
Ort: Steyerberg
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Emotionelle Erste Hilfe für Eltern in Not
Krisen nach der Geburt – was ist das?

Emotionelle Krisen nehmen in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt oft einen dramatischen Verlauf: die Babys sind unzufrieden und schreien stundenlang, ohne daß sie von den Eltern beruhigt werden können. Die Körper der Säuglinge sind steif und gespannt. Ihre Augen vermeiden den Blickkontakt und zeigen wenig Interesse an der Welt. Eltern stehen diesem Szenario häufig ohnmächtig gegenüber. Verzweiflung und Hilflosigkeit bestimmen ihr Zusammensein mit den Babys. Besonders schmerzhaft ist für die Eltern der Verlust des emotionellen Kontaktes zum Kind. Neben einer allgemeinen Gereiztheit sind körperliche Verspannungen, Erschöpfungszustände und Schlafstörungen die häufigsten Symptome der postnatalen Krise auf Seiten der Eltern.

Was ist Emotionelle Erste Hilfe?

Die Emotionelle Erste Hilfe ist eine körperorientierte Kurzzeit-Therapie für Eltern und Babys in emotionellen Krisen nach der Geburt. Die Wurzeln der Arbeit gehen auf die

Säuglingsforschungen des Arztes und Naturforschers Wilhelm Reichs (1897-1957) zurück. Nach seinem Tode wurde die Arbeit von seiner Tochter, der Ärztin Eva Reich, und dem Psychologen Thomas Harms weiterentwickelt.


Ziele der Emotionellen Erste Hilfe

Ziel der Emotionellen Ersten Hilfe ist die frühzeitige Lösung von emotionalen Blockierungen der Babys, die durch traumatisierende Einflüsse vor, während und nach der Geburt hervorgerufen wurden.

Ein wichtiger Aspekt dieses Ansatzes ist die sanfte Körperarbeit mit den Babys. Dabei wird durch zarte, schmetterlingsleichte Berührungen und spezifische Positionierungen des Körpers eine allgemeine Entspannung des Babys gefördert. 

Im Zuge dieser Öffnung wird die körperliche Ausdruckssprache weicher und koordinierter. Das Baby beginnt neues Interesse an der Welt zu entwickeln.

Die Begleitung der Eltern ist ein weiterer Schwerpunkt der Emotionellen Ersten Hilfe. Hier erforschen wir gemeinsam mit den Eltern, wie sie den emotionellen Kontakt zum Säugling regulieren, d.h. aufrecht erhalten oder abbrechen. 

In behutsamen Schritten lernen die Eltern innere Barrieren abzubauen und neue Erfahrungen mit sich und dem Baby zuzulassen.


Die Einsatzgebiete:

  • für unruhige, verspannte und häufig weinende Babys
  • für Babys mit traumatischen Erfahrungen: nach Geburtstraumen (Kaiserschnitt); nach operativen Eingriffe und Vollnarkosen sowie längeren Trennungen von den Eltern.
  • für Babys mit Schlaf- und Stillproblemen
  • für Babys, die kein Interesse an ihrer Umwelt zeigen
  • für Eltern, die völlig verzweifelt und hilflos sind
  • für Eltern, die gewaltvolle Impulse gegenüber ihrem Baby spüren oder diese körperlich mißhandeln
  • für Eltern, die chronisch erschöpft und überfordert sind.


Postnatale Krisenarbeit

Die Krisenarbeit richtet sich besonders an Eltern mit sogenannten "Schreibabys", die sich in einer akuten Notsituation befinden. 

Ziele des Ansatzes sind die Emotionelle Unterstützung der Eltern sowie die Entwicklung von Handlungsstrategien und Perspektiven im Umgang mit ihren besonders liebebedürftigen Säuglingen

Frühe Beratungen

In konkreten Fragen der Eltern − z.B. das Baby hat Schlafprobleme oder zeigt kein Interesse an anderen Menschen − können einzelne Beratungstermine vereinbart werden. 

Präventive Körperarbeit

Die Emotionelle Erste Hilfe eignet sich nicht nur zur Lösung von postnatalen Krisen, sondern kann auch gesundheitsfördernd für Eltern und Kind eingesetzt werden. Ziel dieser präventiven Körperarbeit ist die Förderung der emotionellen Bindung zwischen Eltern und Kind.

Bedingungen 

Die Kosten für die Behandlung sind privat zu zahlen. 

Im Einzelfall können die Kosten von den Kassen übernommen werden.